Liebes Tierheim-Team!

Im Februar 2008 beschlossen meine Eltern, sich nach fast zehn Jahren der Katzen-Abstinenz, wieder ein schnurrendes Fellbündel ins Haus zu holen.
Das wurde auch allerhöchste Zeit, denn seitdem sind die zwei nicht mehr wiederzuerkennen. Sie sind aufgeblüht und lachen viel mehr als zuvor - haben die traurigen Zeiten und Momente hinter sich lassen können.

Mit dazu beigetragen hat zweifelsohne o.g. schnurrendes Fellbündel mit Namen "Max". Im Folgenden "Kaiser Max" genannt.
Seine Majestät herrscht nun (zeitweise) über einen vierköpfigen Hofstaat, nennt 15 Zimmer (aufgeteilt auf zwei Wohnungen) und viele Hektar Land sein Eigen.
Abgesehen von manchem Mal zu scheuem Verhalten, bleibt er fremden Menschen (die seinem Kaiserreich nicht angehören), "eigenartigen" Geräuschen (er hasst Autos und Landmaschinen, und nimmt bereits Reißaus, sobald er deren Nähe erahnt) fern.
Dennoch ist er ein Lausbub, der weder Regen noch Schmutz scheut - entsprechend sieht er dann auch aus, wenn er von einem Ausflug von den Grenzen seines Kaiserreiches zurückkehrt.

Er liebt alles was fliegt, und würde sicherlich am Liebsten den Vögeln hinterher, wenn er denn fliegen könnte.
Versteckspiel, "Fang-mich-doch-wenn-Du-kannst" oder "Ich-bin-auch-überall-dabei" gehören zu seinen absoluten Lieblingsbeschäftigungen.
Trotz der vielen Bewegung, der sportlichen Aktivitäten und der ausgeglichenen Kost ist die Medizinalrätin am Hofe des Kaisers der Meinung, dass Seine Majestät leicht übergewichtig ist. Hoheit wurde deshalb der Futterkorb höher gehängt.

Durchlaucht neigt zu dieser Jahreszeit des Nächtens etwas zur Umtriebigkeit, was den Hofstaat dazu veranlasst hat, ihm einen Schlüssel für die Zugbrücke anfertigen zu lassen.
Leider vergisst der Kaiser jedes Mal, wenn er loszieht, diesen an sich zu nehmen, sodass er entweder am Abend , wenn es an der Zeit ist, zu Bett zu gehen - er dann grundsätzlich so gut wie nie auf die Rufe seiner Bediensteten reagiert - seine Ankunft kurz vor Sonnenaufgang, oder Aber seinen Wunsch nach Ausgang mit lautem Rufen anzukündigen.

Anfallenden Arbeiten wohnt er durch erhabene Präsenz bei, überlässt die Verrichtungen selbst aber gerne dem Hofstaat.

Diesem Schreiben beigefügt ist ein fotografisches Zeitdokument, was das Wohlergehen Seiner Majestät, dem Kaiser, leider nur andeutungsweise wiederzugeben vermag. Man muss ihn leibhaftig sehen uns erleben. Zwecks Terminabsprachen zur Audienz beim Kaiser wenden Sie sich bitte ans zuständige Hof-Kanzleramt.

Lieben Gruß, vielen Dank für dieses herrliche, wunderschöne Tier, und alles Gute

Familie U. + S. Dahlmann
pardon, Hofstaat Seiner Majestät Kaiser Max I.