Liebes Tierheim-Team,

hier sende ich Ihnen, wie versprochen, einen Bericht über Leo, der seit dem 26. Januar in meinem Haus wohnt. Laut Hundepass heißt er Leon. Aber ich habe ihm den Namen gekürzt, weil es bei uns mehrere Jungen von 10 oder 12 Jahren gibt, die Leon heißen. Nun weiß der Kumpel schon sehr gut, dass er gemeint ist, wenn ich „Leo“ rufe!

Überhaupt hat es sich gezeigt, dass er ganz eifrig im Lernen ist. Das erste Kommando beherrschte er schon nach einem Tag: „Komm!“ Jetzt, nach 2 ½ Wochen, kann er sicher: „Aus“, „Hierher“ (oder Pfiff), „Fuß“, „Lauf“ und „Fuß“. Noch unsicher ist „Sitz“, aber das haben wir erst gestern begonnen zu lernen. Besonders wichtig ist für ihn „Halt“ an der Straße, denn hier gibt es viele gefährliche Autos, die viel zu schnell fahren. Wir sind mächtig stolz auf all das, was er schon gelernt hat!

Super gerne hat er Bewegung draußen. Wir haben jetzt schon 6 verschiedene Touren, und wir finden immer mehr. Er hat schon Hunderte von Stöckchen totgeschüttelt, aber mit Enten, Maulwürfen, Karnickeln und Katzen kann er noch nichts anfangen. Das kommt noch, wie ich fürchte; denn jetzt ist er noch ein Kind, das nicht einmal gelernt hat, „Beinchen zu heben“.


Was mag Leo noch? Menschen, besonders auch Kinder, und alle Hunde. Dabei ist er so stürmisch, dass er oft mit Pfiff zurückgerufen werden muss. Das klappt auch gut. Leo mag besonders gern Auto fahren, alles anschnüffeln, Horch & Guck, und Rosinen. Jawohl: Als Belohnung und Leckerli versteht er 1 – in Worten: eine – Rosine!! Ein komischer Hund.


Fressen tut er alles (leider), Angst hat er vor fließendem oder stehendem Wasser (Gott sei Dank) – obwohl er das gefrorene Wasser (Schnee und Eis) über alles liebt. Davon haben wir ja wirklich genug.

Sonst hat Leo überhaupt keine Angst vor gar nichts. Am Anfang war er nicht zu bewegen, die Treppe hinauf zu steigen, das kannte er nicht; aber nach 1 Tag ging es, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Und einmal hat er Panik bekommen, so sehr, dass er aus dem Halsband geschlüpft und verschwunden ist. Das war 2 ½ Tage nach seinem Einzug im neuen Zuhause. Wir waren auf einem ganz neuen Pfad unterwegs, 6 Uhr morgens, da kamen uns plötzlich zwei frei laufende riesige Hunde aus dem Dunkel entgegen. Wie gesagt – Leo schob auf einmal Panik. Herrchen aus, denn fort war der Hund, und es fuhren auf der Straße die großen Lkw und Busse...

Da ging drüben am Pfarrhaus die bewegungsgesteuerte Beleuchtung an – eindeutig zu früh für den Zeitungsboten. Also nichts wie hin, und wer kam dem Herrchen freudestrahlend (= schwanzschwingend) vor der Haustür entgegen? Der abgehauene Hund. Total in Panik, auf einem unbekannten Weg und ohne sich überfahren zu lassen ist er schnurstracks nachhause gelaufen, und das erst nach zwei Tagen!

Echt ein cooler Hund, der Leo. (Trotzdem hat er am selben Tag noch ein Brustgeschirr bekommen, garantiert ausbruchssicher.)

Mittlerweile läuft er natürlich längst durch Straßen, Wald und Felder, ohne angeleint zu sein und ohne verloren zu gehen. Er weiß schon so ziemlich, was sich für den guten Hund gehört. (Ich fürchte, das wird sich dann ändern, wenn er erwachsen genug ist, um sich für die Hündinnen noch anders zu interessieren...)

Was er noch gelernt hat: Über den Zaun klettern. Niemand hat's gesehen, aber auf einmal war er an der Haustür. Das ist übel, ich kann den Zaun wohl tiefer eingraben lassen. Aber erhöhen...?

Ach ja, und was sehr gut ist: Von Anfang an hat Leo nie Probleme mit dem allein Sein gehabt. Wir haben die Zeiten natürlich langsam gesteigert, aber jetzt kann ich ich bis zu 3 Stunden allein lassen. Es ginge wahrscheinlich auch länger, aber das braucht's nicht. Die Sekretärinnen sagen übereinstimmend: Wenn er allein in der Wohnung ist, bellt er nicht und jault nicht und macht sich auch sonst nicht bemerkbar.

Dafür freut er sich umso stürmischer, wenn der Chef nachhause kommt.
Wie gesagt, er ist ein toller Hund. Ich hänge hier noch ein paar Fotos dran. Man kann's nicht erkennen, aber er hat in diesen 3 Wochen mehr Zähne gekriegt – und seine Mähne ist heftig gewachsen. Der kann einen fies dicken Hals kriegen :-)

Vielen Dank allen, die das Tier aufgenommen, gepflegt, mit ihm ausgegangen und allegemein gut zu ihm gewesen sind, sagt
Helge Korell, Kpl.

PS: Wenn ich von draußen herein komme, bete ich immer ein „Gegrüßet seist du, Maria“ vor der großen Muttergottes-Statue im Flur. Inzwischen betet der Hund mit... HK

 

PPS: Dieser Hund macht allerdings dem Gesetzgeber und der Stadt Leverkusen so große Sorgen, dass ich meine Sachkunde über den Umgang und die Haltung eines so gefährlichen Tieres in einer Prüfung nachweisen muss. Haha. HK

PPPS: Besondere Grüße senden wir beide an Frau Moog. HK