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WILLKOMMEN IM TIERHEIM RHEIN - BERG Tierschutzverein des Rheinisch- Bergischen Kreises e.V. |
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Ich bin Caprice, Euer ehemaliger Mitgefangener!
Damals, bis zum 30.07.2004, hab ich das nicht so empfunden. Im Gegenteil, ich glaube ich war ganz froh, bei Euch inhaftiert zu sein. Heute ist das anders!!!
Aber der Reihe nach:
Also, am 29.07.04 kam da so ein Mensch mit einer kleinen alten Katze. Sie war ganz ängstlich und versteckte sich unter dem Rock von dem Mensch. Ich fand das sehr komisch. Eine Katze, die mehr Vertrauen zu so einem Mensch hat als zu ihresgleichen? Das hab ich mir dann mal vorsichtig aus der Nähe betrachtet. Kurz darauf ist der Mensch mit der Kleinen gegangen.
Am nächsten Tag geschah etwas Entsetzliches!
Meine Pflegerinnen haben mich trotz massiver Gegenwehr eingefangen und in so eine Kiste gesperrt. Dann nahm mich dieser Mensch im Auto mit. Ich hatte furchtbare Angst!
Die Kiste wurde dann in einen geschlossenen Raum getragen und geöffnet. Ich hab mich aber erst raus getraut, nachdem die Menschen, da war noch einer mit Beinkleidern, im Bett waren.
Die kleine, alte Katze, sie heißt Sissy, hat mir alles gezeigt und erklärt. Trotzdem gefiel es mir gar nicht!
Diese vielen geschlossenen Räume und als wenn das nicht schlimm genug wäre, auch noch immer diese Menschen.
Jetzt wollten die mich auch noch bürsten! Aber da hab ich denen gezeigt wieviel Kraft ich habe und wie gefährlich ich sein kann. Ich hab gebissen und gekratzt und gewonnen!!!
Sie haben mich lange nicht mehr angefaßt. Erst als ich mich zu der Frau ins Bett gelegt hab, hat sie mich gestreichelt. Das war ein seltsames Gefühl. Einerseits hatte ich Angst, andererseits hat mir das gefallen. Nach 2 Minuten bin ich lieber weggegangen, man weiß ja nie...
So sind dann ein paar Wochen verstrichen und immer noch war ich in den Räumen eingesperrt.
Ich habe jeden Tag aufs Sofa gepinkelt, später auch mein Häufchen dahin gelegt, wo diese Menschen sich hingesetzt haben. Es hat nichts genützt. Die haben die Balkontür nicht aufgelassen. Nach einem halben Jahr immer noch eingesperrt!!!
Inzwischen waren da noch 3 andere Katzen und alle durften raus, nur ich nicht!
Dann eines Tages hat der Mensch mit den Beinkleidern fürchterlichen Krach gemacht. Wir haben uns alle versteckt und uns alle erst lange nachdem Ruhe war wieder blicken lassen.
Da wo unser Futter steht war es seltsam hell. Der Mensch hatte ein kleines Fenster in die Wand gemacht.

Er nahm dann eine von uns Katzen und schob sie durch das Fenster. Das Fenster bewegt sich??? Ich hab mich erstmal versteckt, aber genau aufgepaßt wie das funktioniert.
Die anderen Katzen sind von den Menschen ein paarmal durch dieses Fenster geschoben worden. In der folgenden Nacht habe ich mir dieses Fenster mal genauer betrachtet.
Vorsichtig mit der Pfote dagegen stupsen, huch, das Fenster bewegt sich. Noch mal das selbe. " Frische Luft"!!!, passe ich da durch?
Raus!!! Endlich frei!!!! Nie wieder da rein!!!
Ohje, ich hab Hunger. Es ist wieder Nacht. Ich habe seit 24 Stunden nichts gegessen. Und das Futter ist auf der anderen Seite von diesem Fenster. Muß ich da wirklich wieder rein? Vorsicht!!!, hoffentlich merken die nichts.
Alles ruhig, mir fällt ein Stein vom Herzen! Schnell essen und dann nichts wie weg. Bloß wieder raus!
Natürlich habe ich jetzt nicht mehr das Sofa beschmutzt. Ich konnte ja jetzt immer raus.

Ich gehe auf dem Grundstück spazieren und entdecke die Nachbarschaft. Seit 3 Monaten streiche ich meinen Menschen auch um die Beine.
Und seit sie sich zum Rauchen auf den Balkon setzen, gestatte ich es ihnen sogar, daß sie mich auf den Schoß heben dürfen.
Ja, ich gebe zu, anfangs hab ich ihnen nicht getraut. Aber jetzt weiß ich wie schön es ist, wenn ich gestreichelt werde. Ich kann ja sofort gehen, wenn ich es will.
Und da ist noch was: wenn ich Knoten im Fell habe, machen mir meine Dosenöffner die auch ganz vorsichtig raus.
Ach ja, manchmal bringe ich jetzt meinen Beiden auch etwas zu essen, und stellt Euch das mal vor: ich werde dafür gelobt und gestreichelt!
Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, geht es mir heute richtig gut. Ich bin ein sehr zufriedener Freigänger geworden. Schade, das meine Menschen erst so spät begriffen haben, das ich nur raus wollte.
So Ihr Lieben, seht zu, daß Ihr auch so nette Menschen findet, die Euch die Futterdose öffnen.
Und seid nicht zu ungeduldig, wenn diese Zweibeiner nicht direkt begreifen was wir wollen. Irgendwann begreift es auch der dümmste von denen und dann geht es allen gut!
Eure ehemals wilde Norwegische Waldkatze Caprice