Kastrationsaktion in Oberselbach 28. - 30.03.2011

In unserem Dörfchen Oberselbach bei Bärbroich leben seit einigen Jahren 5 scheue Katzen, die irgendwann mal ausgesetzt wurden, zugelaufen sind und sich hier heimisch fühlen. Sie finden Unterschlupf in einer leerstehenden Scheune, haben reichlich Mäuse zu fangen und bekommen auch von einigen Bewohnern Futter. Soweit alles schön, bis auf die unkontrollierte Vermehrung der Tiere. Bereits im letzten Jahr habe ich 4 weibliche Jungkatzen zum Aufpäppeln und zur Weitervermittlung ins Tierheim gebracht. Aber das konnte ja keine Dauerlösung sein.

Leider hatte der hiesige Tierschutzverein nicht genügend finanzielle Mittel, um die Kastration für alle 5 Tiere allein zu übernehmen. Und die Nachbarschaft war leider auch schon zu frustriert, so dass hier keine Bereitschaft bestand, außer den anfallenden Futterkosten etwas in die scheuen Tiere zu investieren. Also nutze ich die Wintermonate dazu, noch weitere finanzielle Mittel für die dringend notwendige Kastrations-Aktion aufzutun. Glücklicherweise wurde ich fündig bei den Vereinen Katzenschutzbund Köln, Frau Heinrichs, sowie Katzenfreiheit, Frau Lohmann. Nachdem ich dort die Problematik geschildert hatte, erklärten sie sich dazu bereit, die restlichen Kosten zu übernehmen. Und so war der Plan: Die Kastration für je 1 weibliches und ein männliches Tier überhamne der Tierschutzverein Rhein-Berg sowie der Katzenschutzbund Köln. Eine weitere Kastration für eine weibliche Katze übernahm die Katzenfreiheit. Die Behandlung sollte bei der Tierarztpraxis Walther in Kürten erfolgen. Das Einfangen und den Transport übernahmen meine junge Nachbarin Sabrina und ich, nachdem ich mit der Tierarztpraxis Walther das Organisatorische geklärt hatte.

Ende März brachte Frau Liese vom Tierschutzverein Rhein-Berg 2 Lebendfallen zu uns ins Dorf, um die scheuen Tiere einfangen zu können. Eine Woche wurden die Katzen daran gewöhnt, dass es nur noch in der Falle Futter gibt. Meine Nachbarin Sabrina (18) übernahm das Befüllen und Scharfstellen der Fallen. Und siehe da – am 28.03.2011 waren sogar 3 Katzen, allesamt weibliche Tiere, in die Fallen gegangen. Der von Sabrina als Köder genutzte Thunfisch war wohl so verführerisch, dass direkt 2 Tiere in eine Falle gingen. Eine der Kätzinnen hat später bei ihrer spontanen Flucht das komplette Arztzimmer auf links gedreht, aber schwerwiegende Schäden entstanden dabei glücklicherweise nicht. DieKatzen wurden am selben Tag operiert.
Am nächsten Tag sollten die 2 verbliebenen Kater „unters Messer“ kommen. Auf den Thunfisch fielen sie aber nicht mehr herein. Aber der belgischen Waffel, welche Sabrina dann zufällig auspackte, konnten sie nicht widerstehen... Beide gingen in die Falle und wurden sogleich zur Tierarztpraxis gebracht.

Nach 3 Tagen war die ganze Aktion abgeschlossen. Alle 5 Katzen haben die Operation gut überstanden und sind wohlauf und zufrieden. So auch alle Dorfbewohner, die sich nun keine Sorgen mehr über die wachsende Katzenpopulation machen müssen.

Fazit: Es braucht eigentlich nur etwas Engagement, Überzeugungsarbeit und die richtigen Ansprechpartner, um etwas für den Tierschutz zu tun. Und natürlich etwas Zeit, Mühe und Sprit. Und auch den Mut, mehrere Vereine anzusprechen, die sich alle dem gleichen Ziel, nämlich dem Tierschutz verschrieben haben. Ohne das Zusammenwirken und die Kostenübernahme-Zusage der 3 Tierschutzvereine hätten wir die Kastrationsaktion nicht durchführen können.

Vielen herzlichen Dank, an alle, die uns bei der Lösung unseres Katzenproblems geholfen haben:
Frau Kolbe vom Tierschutzverein Rhein-Berg, Frau Heinrichs vom Katzenschutzbund Köln, Frau Lohmann von der Katzenfreiheit, der Tierarztpraxis Walther und meiner Nachbarin Sabrina, ohne deren beherztes „Zupacken“ ich das nicht geschafft hätte!

Ute Schaefer, 28.04.2011